Ein NEUER – altbewährter Blickwinkel

Ein Jahr, vielleicht sogar anderthalb oder zwei Jahre – Es ist so unglaublich lange her, dass ich Fotos entwickeln lassen habe. Damit meine ich nicht die Sofort-Drucker in der Drogerie.
Kim und ich hatten für die Abschiedsparty von Anna unsere „alte“ Kamera ausgegraben. Eine Fotokamera, die noch eine richtige Filmrolle nutzt und kein farbiges Display mit Bildvorschau besitzt. Dafür gab´s einen verzerrten Blick durch einen winzigen optischen Sucher und eine famose Speicherkapazität von 24 Bildern. Das ist heute sehr wenig. Vor nicht mal 10 Jahren war das aber völlig ausreichend für eine Woche Urlaub. Zudem blieb es sehr lange spannend, ob die Fotos überhaupt geworden sind. Auch wir mussten 3 Tage warten bis unsere Bilder entwickelt waren. Jetzt ist es aber endlich soweit. Kim und ich platzen schon fast vor Neugier. Aber die Überraschung wird in unserem Lieblings-Café zusammen mit Benni gelüftet.

Ein Phantom vor der Linse

„ Na habt ihr schon gelinst?“ – Benni hat einfach kein Vertrauen zu uns. Kim holt den Umschlag hervor, öffnet ihn und bricht in Lachen aus. Auf unserem ersten Foto ist ein fetter Daumen. Nicht etwa klein in der Ecke. Nein, das ganze Foto besteht praktisch aus den Riefen eines Fingerabdrucks. Nach diesem Klassiker können wir uns aber über ein Foto nach dem anderen freuen. Es sind eingefangene Momentaufnahmen von Freunden, die eine wilde – sehr blaue – Party feiern. Ein Foto fällt jedoch aus der Reihe. Es zeigt einen jungen Mann, der verwirrt in die Kamera schaut. Keiner von uns Dreien scheint diesen Mann zu kennen. Selbst Kim, die sich um die Einladungen gekümmert hatte, erinnert sich nicht: „Komisch. Und er ist nur auf diesem Bild zu finden?“ Während ich verwirrt nicke, sprühen in Bennis Augen die Funken: „Nein. Hier. Hier auf dem Foto von mir und Kim. Da im Hintergrund ist dieser Typ mit Anna zusammen.“ Tatsächlich stehen sich die beiden gegenüber. Ich meine sogar zu erkennen, dass die beiden gerade streiten. „Wir müssen Anna unbedingt fragen wer das ist, wenn wir ihr die Bilder schicken! Apropos, hat sie dir schon ihre neue Adresse geschickt?“, fragt mich Kim. Doch ich muss verneinen. Ich hatte jetzt seit einer Woche nichts mehr von Anna gehört.

Zeit für Sorgen (?)

Anna war am Morgen nach der Party losgezogen, wie wir sie kennen gelernt hatten. Mit vollgepacktem Survival-Rucksack auf den Schultern, in ihren kaputten grauen Chucks und ohne Plan wohin es gehen wird. Sobald sie wieder einen festen Wohnort für ein paar Tage hat, wollte sie uns ihre Adresse simsen. Ich glaube fest daran, dass es ihr gut geht. Anna kann überall auf der Welt überleben, sie beherrscht die 3 K´s: Kokeln, Kochen und Karate. Außerdem hatte Anna mir mal ihre „AroundMe“-App gezeigt. Die App findet unter anderem jedes Restaurant, jede Tankstelle oder Bank in direkter Nähe. Trotzdem hoffe ich, sie meldet sich bald.

Kim Karamell hat ihren Status aktualisiert: Anna, wo bist du? – vor 6 Minuten

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