Eiskaltes Erwachen

Sonntagmorgen 8:30 Uhr, kühle 9 Grad, der Himmel voller Wolken – Jede Zelle meines Körpers schreit: BETT! Kim schreit: AUFSTEHEN! Ich will nicht! Ich bin Langschläfer aus Leidenschaft! Es lockt mich auch nicht gerade aus meiner wohlig warmen Federdecke hervor, wenn ich daran denke, dass wir eine 76 Kilometer lange Fahrradtour vor uns haben. Ich war noch nie besonders sportlich. Meine wöchentlichen 2 Stunden Sport habe ich Kim zu verdanken.

Auf den ersten Blick

An meinem ersten Tag an der Uni war ich hoffnungslos verloren. Doch gerade als ich zum fünfzigsten Mal auf dem Campusplan meinen Standort suchte, blickten mich zwei ebenso verzweifelte blaue Augen an. Kim hatte noch nicht einmal einen Campusplan, aber das gleiche Ziel und ein offenherziges Lächeln. Überhaupt war sie mir mit ihren gelben Chucks, ihren engen dunkelblauen Röhrenjeans und der roten College-Jacke direkt sehr sympathisch. Zusammen haben wir es sogar noch rechtzeitig zur Einführungsstunde geschafft. Als Belohnung für unseren ersten kleinen Erfolg, wollten wir direkt danach einen Latte Macchiato trinken gehen.

Dich kann ich gut riechen

In einer fremden Stadt ein Café zu finden, war noch recht einfach. Die Sporthalle der Hochschule hingegen erschloss sich uns wie das Bermudadreieck. Kim und ich hatten bei Kaffee und Vanille-Eis beschlossen, dass Sport uns sicher gut tun würde – Wie ich dem zustimmen konnte, ist mir heute noch ein Rätsel! – Mit unserem Orientierungssinn und einem tausendfach gefalteten Campusplan, dauerte die Suche nach der Sporthalle gut eine Stunde. Den Weg vom Café aus schaffen eingefleischte Studenten übrigens in zehn Minuten. Manchmal ist eben der Weg das Ziel und so ein Kilometermarsch geht ja wohl als Ausdauerübung durch!

Der Leiter des Hochschulsports hat das allerdings anders gesehen und uns gleich zwei Kurse aufgeschwatzt. Seither sind wir im Volleyball-Team und in der Fitness-Gruppe. Und seither kennen wir auch Benni. Naja zumindest haben wir ihn dort das erste Mal gesehen. Er hatte gerade eine Stunde Karate hinter sich und kam mit 2 anderen Jungs aus dem Umkleideraum. Benni sah aus wie der typische Student. Ein lachser Typ in moosgrüner Stoffhose und Comic-Shirt mit Nerdbrille und einer noch leicht nassen Scheitelfrisur mit zurückfrisierten Seitenpartien. Doch als er mit einem Lächeln an uns vorbei ging, atmete ich den Geruch eines impulsiven Mannes ein. Auch Kim war von dem energetischen Duft betört.

Noch 5 Minuten

Mein Lieblingssender ist auf meiner Seite. Zumindest ertönen gerade die sanften Klänge von Bedouin Soundclash mit „12:59 Lullaby“ aus meinem Radiowecker. Ein Lied, das wie gemacht ist um liegen zu bleiben… wenigstens noch 5 Minuten – AHHHHHHHHHH !

Kim Karamell hat ihren Status aktualisiert: Abtauen kann jeder. Ich mache aus dem Eis im Gefrierfach Schneebälle. Und damit erwecke ich jetzt mein Schneewittchen aus dem Tiefschlaf 🙂 – vor 1 Sekunde

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